Die Aufgaben und Funktionen der Kirche sind mannigfaltig!
Es wird sicher eine Menge Leute geben, die bei der Frage, was ihnen denn zum Thema „Kirche heute“ einfällt, die Achseln zucken. Hat Kirche heute denn noch eine Bedeutung? Klar: es sind nicht mehr so viele, die den Gottesdienst besuchen. Anderen wird als erstes die Kirchensteuer einfallen und wieviel man einsparen könnte, wenn man sie nicht mehr zahlte. Die dritten werden dabei womöglich an die schönen Kirchen denken, die sie kennen; seien es die ganz unterschiedlichen Dorfkirchen im Ländchen oder seien es die großen und berühmten: der Kölner Dom, das Straßburger Münster, der Petersdom in Rom. Mancher wird sich womöglich an seinen Konfirmandenunterricht erinnern und andere an bestimmte Ereignisse ihres Lebens: die Trauuung in der schönen Heimatkirche, die Taufe der Kinder, die Konfirmation oder an Gottesdienste am Heiligen Abend in der wunderschön beleuchteten Kirche. Wieder anderen wird das soziale Engagement der Kirche in den Sinn kommen: die Betreuung von Obdachlosen in der Teestube, die Sorge um schwierige Jugendliche in Einrichtungen wie dem Johannesstift, die Pflege alter und kranker Menschen durch die regionalen Diakoniestationen oder das Engagement in der Dritten Welt, das von „Misereor (katholisch) und „Brot für die Welt“ (evangelisch) getragen wird.

All das und noch viel mehr ist Kirche. Kirche, das ist der allsonntägliche Gottesdienst, in dem vielleicht dreißig Leute sitzen und das ist der Gesprächskreis, der versucht, tiefer in das Verständnis des Glaubens einzudringen. Das sind die Konfirmandinnen und Konfirmanden, die den Familiengottesdienst vorbereiten und das ist die Ökumenegruppe, die Verbindung zur katholischen Nachbargemeinde hält oder womöglich auch eine Partnergemeinde in Afrika oder in Palästina betreut. Das ist der Eine Welt Kreis, der nach dem Gottesdienst den Honig der Kooperative aus Kuba oder den Kaffee aus Brasilien zu einem „fairen“ Preis verkauft, sodass die kleinen landwirtschaftlichen Genossenschaften überleben können. Das ist der Frauenkreis, der die Geselligkeit pflegt und die Gruppe trauernder Angehöriger, die sich gegenseitig stützt. Kirche das ist der Kirchentag mit seinen vielen hunderttausend Besuchern und das ist ebenso die kleine Gemeinde mit ihren 1200 Seelen über fünf Dörfer verstreut., die sich gerade noch so über Wasser hält.
Und wenn es gut geht, dann ist ihr Zentrum der Glaube an den gekreuzigten und auf-
erstandenen Christus, der Halt und Orientierung in einer unübersichtlichen Welt gibt.

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