Die Kirchen in Delkenheim (insbesondere die Evangelische Kirche)

Delkenheim war vor der Reformation natürlich “katholisch”.

- Der entscheidende Schritt zur Reformation erfolgte dann mit der Einberufung einer Synode nach Homberg in Oberhessen auf den 20. Oktober 1526. Hier wurde in 34 Artikeln die "Reformation der Kirche Hessens" festgesetzt. Diese Artikel sind freilich nie (namentlich durch die Abmahnung Luthers) als rechtsgültige Kirchenordnung angesehen worden, aber sie bildeten das Programm, nach dem sich die Reformation vollzog. -

- Als nun Hessen 1542 die Pfarrei Delkenheim mit einem evangelischen Geistlichen besetzen wollte, ohne Königstein zu fragen, wird derselbe von Königstein vertrieben und die Einkünfte aus dem Zehnten werden gesperrt, weil die Linie Königstein nicht der Reformation zugetan war.-

- Da wendete sich Graf Heinrich zu Stolberg an Martin Bucer, der heiligen Schrift Lehrer zu Straßburg, um Fürbitte bei Philipp von Hessen wegen Aufhebung der Zehntsperre. Philipp wird durch einen Brief Bucers zum Nachgeben bewogen. Er macht dem Grafen und Domherrn Heinrich zu Stolberg, welcher "als ein guter Anhänger und Liebhaber des Evangeliums" bezeichnet wird, den Vorschlag zum Vergleich. Der Graf gibt dem Pfarrer 20 Malter Korn und 1/2 Fuder Wein. 1543 wird die Zehntsperre aufgehoben. Die Grafen Stolberg behalten das Recht, den Geistlichen in Delkenheim zu ernennen, bis 1573 Hessen die Rechte der Pfarrbesetzung und des Zehnten für 2250 Gulden aufkaufte und nun Hessen alleiniger Herr in Delkenheim war. Als der Darmstädter Superintendent Petrus Voltzius 1557 seinen Dienst antrat und ein großes Kompetenzbuch anlegte, waren die Verhältnisse in der Herrschaft Eppstein (und somit auch in Delkenheim) bereits geordnet ... -                  (Auszüge aus der Kirchengeschichte Delkenheims)

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